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Mark V - Joe Lynn Turner

Ernie, Dienstag, 14. Januar 2014, 14:24 (vor 3694 Tagen) @ Helmut

Neulich, beim vierten Bier, sagt ein Freund doch glatt Folgendes: Von Deep Purple gefalle ihm am besten „Slaves and Masters“. Und auf seinen Solo-Scheiben, da lasse Joe Lynn Turner die Sau raus, dass es eine wahre Freude sei. Ich musste schlucken (zuerst so, dann vom Bier) und mir überlegen, was ich von dieser DP-Karrierephase halte. Gedankenreise ins Jahr 1991, in die Würzburger Carl Diem Halle.
Deep Purple auf „Slaves and Masters“-Tour. Wie wurde das damals eigentlich empfunden?
Über die hier zum Konsens erklärte „Geschmacksfrage“ hinaus ist zu sagen: Vorherrschendes Gefühl in der Halle war nach meiner Erinnerung eine nicht geringe Freude darüber, dass sich die Erstarrung der voran gegangenen Jahre gelöst hatte. Blackmore war gut drauf, weil er seinen Widerpart losgeworden war und spielte wieder mit Feeling , Nuancen, Ausdruck und Wärme. Kein lustlos und knarzig runtergenudeltes, in dieser Form lange schon eher ärgerliches „Space Truckin´“, „Child in Time“ oder „Strange Kind of Woman“ mehr. „Burn“, „Fire in the Basement“ oder das feine Intro zu „Truth hurts“ wirkten meiner Erinnerung nach wie frischer Wind. Dies war der Grund, warum man insgesamt „ auch brav zufrieden“ war, wie der Metal Hammer über das Essener Konzert schrieb. Und Roth/Sailer in ihrem DP-Buch stimme ich zu, wenn Sie als Fazit schreiben: „Was bleibt? Einige im Großen und Ganzen noble Konzerte.“
Klar war in Würzburg aber auch: Wenn man sich was hätte wünschen dürfen, dann dieses: Dass der Gitarrist in dieser Form zusammen mit dem über die Jahre liebgewordenen Sänger zu bestaunen gewesen wäre. Aber das schloss sich leider aus. Damals und heute und trotz aller Anläufe immer wieder. Alle, die im Laufe der Jahre als Ersatz einsprangen, hatten mehr oder weniger unbestreitbare Qualitäten (auch JLT) und sicherten halt ganz einfach kurz- oder langfristig das Überleben der Band, die es im ersehnten Idealzustand nicht geben konnte.
Origineller Schlussgedanke nach Bier sechs: Deep Purple-Fans haben irgendwie die Psyche von Scheidungskindern. Ach, wenn Vati und Mutti sich doch vertragen könnten. Wir lieben sie doch beide, aber sie sich leider nicht gegenseitig. Jetzt streiten wir untereinander, wer am Schlamassel Schuld hat, für die Familie wichtiger war, usw.

Live-Mitschnitte aus der „Slaves and Masters“-Phase gibt es übrigens nicht nur in unterirdischer, sondern auch in feiner Qualität: „They´ll be the Masters“ (Freiburg) und „Last Night at German Masters“ (Würzburg) sind sehr gute Zuschaueraufnahmen, die genau erkennen lassen, wie´s war. „Slaves and Kings“ (Sao Paolo) vom Mischpult ist klar, aber etwas steriler, und wer Radioansagen auf Hebräisch mag, dem rät man zu „Live in Tel Aviv“.


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