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Monsters of Rock - Loreley

Joachim Villwock ⌂ @, Gelnhausen, Samstag, 18. Juni 2016, 07:52 (vor 1164 Tagen)

Liebe Deep Purple-Gemeinde,

gestern war ich mit meiner Frau und meinem Sohn auf der Loreley und möchte gerne meine Eindrücke wiedergeben. An folgende Songs kann ich mich erinnern (kein Anspruch auf richtige Reihenfolge ;-)):
Highway star
Spotlight kid
Mistreated
Since you've been gone
Man on the silver mountain
Catch the rainbow
Child in time
Beethoven's ninth
Perfect strangers
Long live Rock'n'Roll
Stargazer
Black night
Smoke on the water

Der Sound war klasse. Von unserer Position aus etwas basslastig. Aber wir waren glücklicherweise ziemlich weit vorne, damit die Tieftöner-Fraktion das ganze Gelände beschallt, ist das demnach nachvollziehbar. Auch standen wir links, was die Möglichkeit bot Ritchie gut vor Augen zu haben (mit dem Blick schräg auf die Bühne, wo er netterweise immer uns zugewandt gespielt hat). Mir war die Gitarre durchweg zu leise, wobei nach den ersten zwei drei Songs kam er deutlicher nach vorne. Das mag auch der Position geschuldet gewesen sein. Wahrscheinlich aber auch der Tatsache, dass ich ihn immer etwas präsenter möchte, als er im Mix steht. Auch wenn ich in der Mitte gestanden hätte ;-).
Na, jedenfalls war ich sehr überrascht. Die Setlist war für mich ein absoluter Bringer. Wenn ich nach meinen Vorlieben gehe, hätte es Spotlight kid und Since you've been gone nicht zwingend gebraucht. Letzteres kam auch ohne Solospot daher, was mir den Eindruck vermittelte, dass es gespielt wurde, damit auch die Fraktion glücklich ist, für die dieser Song wichtig ist. Und dafür Speeg king und Burn rein ;-). Dann wäre es perfekt gewesen ;-). Aber das ist jammern auf hohem Niveau. Der Sänger hätte es in jedem Fall gebracht. Was ein geiler Typ. Dio liegt ihm mehr als Gillan. Ich mag diese Vergleiche eigentlich nicht. Aber er hat sich schon sehr an Ronnies Phrasierungen und Stimmfärbungen gehalten, was diesen Vergleich für mich aufdrängt. Perfect strangers war der einzige Titel, wo ich das Vorbild vermisst habe. Bei allen anderen Songs hat er mich mitgenommen, ohne dass mein Kopf sich eingeschaltet und analysiert hat.
Nach meinem Empfinden macht das Ritchie tatsächlich als Hommage an seine Fans. Er sucht nicht mehr den Ritt am Abgrund, improvisiert nicht mit dem Feuer, das einem die Gänsehaut über den Rücken treibt. Hat Mut zur Lücke, nimmt die Sache nicht bierernst. Seine Solospots waren von Stargazer abgesehen allesamt kurz gehalten, selbst bei Child in time. Aber keine Missverständnisse. Auch wenn er nicht mehr die Band als Sprungbrett für seinen Ritt auf dem Vulkan, konkret für seine Improvisationen und Intros nutzt, ist was er anbietet für mich immer noch ein Genuss! Locker, kontrolliert und trotzdem voller Power, untrügliches Timing, auf den Punkt, wunderbarer Ton, abgefahrener Style.
Die Songs standen im Mittelpunkt.
Die Band war klasse. Sie haben sehr songdienlich und kraftvoll gespielt.
Also ich habe das Konzept so verstanden, dass Ritchie seinen Fans zur Ehre nochmal ein Repertoire zusammen stellt, dass ihn als den Mann präsentiert, den viele lieben. Wenn nicht das, dann zumindest sehr schätzen. Und er hat sich einen jungen Sänger gesucht, der ihm möglich gemacht hat frei nach seinen Ansichten und Ansprüchen auszuwählen. Keine Limitierung. Welche Songs er für wichtig gehalten hat wurden gespielt. Punkt!
Nicht ganz sicher war ich bei der Moderation der Show. Ritchie kam immer mal nach vorne, was den Sänger veranlasst hat sich ein bisschen an die Leute zu wenden. Unterschiedliche Nationen begrüßen, die Band vorstellen, etc... Ansonsten war der Mann sehr zurückhaltend. Also entweder hat er hier Ritchie als Guide gebraucht oder lieber gar nichts, als was falsches gesagt. Da kann man sich's ja gerne mal verscherzen ;-). Aber seine verbale Verbeugung vor Ronnie Dio hat mir sehr gut gefallen: "Who's the man on the silver mountain? Ronnie Dio!"
Wir hatten einen tollen Abend. Mein absoluter Favorit war Stargazer. Mit dem Titel hatte ich nicht gerechnet. Und das war ein Brett!!! (Und wurde bereichert von den beiden Damen im Background. Das hat mir durchweg gut gefallen wie sie gesetzt waren. Das war vokal machtvolles Auftreten. Gewiss keine Blackmore's Nightisierung)
Geiler Sänger, geile Band, toller Sound - und Ritchie Blackmore!

Grüße von einem großen Fan
Joachim


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